Reformen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 stärken GGL-Befugnisse bei Web-Sperren
Anna Schmidt · Sep 8, 2026

Reformen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 stärken GGL-Befugnisse bei Web-Sperren

Die Bundesländer ratifizieren derzeit Reformen zum Glücksspielstaatsvertrag 2021, die der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erweiterte Kompetenzen für IP- und Suchergebnissperren gegen illegale Glücksspielangebote einräumen, während das Verwaltungsgericht Halle mehrere Verfügungen der Behörde gestoppt hat.
Die geplanten Änderungen sehen vor, dass die GGL künftig direkter gegen nicht lizenzierte Plattformen vorgehen kann, indem sie Netzbetreiber und Suchmaschinenanbieter zur Blockade auffordert, und Beobachter verfolgen diese Schritte seit den Beratungen in den Ländern genau.
Hintergründe der Vertragsreform und GGL-Erweiterung
Die Länder haben die Anpassungen am GlüStV 2021 auf den Weg gebracht, damit die GGL illegale Angebote effektiver bekämpfen kann, und die Reformen umfassen erweiterte Befugnisse zur Sperrung von IP-Adressen sowie zur Beeinflussung von Suchergebnissen, während die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern schrittweise erfolgt.
Experten haben festgestellt, dass diese Maßnahmen auf bestehende Regelungen aufbauen, die bereits seit 2021 gelten, und die neuen Kompetenzen sollen Lücken schließen, die bisher bei der Durchsetzung aufgetreten sind, wobei die Ratifizierung in mehreren Ländern parallel läuft.
Gerichtliche Entscheidungen des VG Halle
Das Verwaltungsgericht Halle hat in den Verfahren mit den Aktenzeichen 7 B 491/25 HAL, 7 B 492/25 HAL und 7 B 62/26 HAL Verfügungen der GGL außer Kraft gesetzt, und die Richter begründeten ihre Entscheidungen mit einem strukturellen Vollzugsdefizit der Behörde, das gegen EU-Recht verstößt, weil Regeln nicht einheitlich angewendet werden und illegale Angebote im regulierten Markt toleriert bleiben.
Die Urteile zeigen, dass die GGL ihre Aufsichtspflichten nicht durchgängig erfüllt hat, während die Gerichte auf Inkonsistenzen bei der Kontrolle von lizenzierten und nicht lizenzierten Anbietern hinweisen, und diese Entscheidungen betreffen mehrere laufende Sperrverfahren gleichzeitig.

Auswirkungen auf die Praxis der Web-Sperren
Die GGL kann vorerst keine neuen Sperrverfügungen auf Grundlage der erweiterten Befugnisse durchsetzen, solange die Urteile des VG Halle Bestand haben, und die betroffenen Verfahren betreffen konkrete illegale Plattformen, deren Blockade nun vorübergehend ausgesetzt bleibt, während die Länder die Reformen weiter ratifizieren.
Rechtsexperten verweisen darauf, dass die Entscheidungen die Umsetzung des GlüStV 2021 direkt beeinflussen, und sie fordern eine Klärung der EU-rechtlichen Anforderungen, bevor weitere Sperrmaßnahmen erfolgen können, wobei die Behörde nun ihre Strategie anpassen muss.
EU-rechtliche Dimension des Vollzugsdefizits
Das VG Halle sieht in der ungleichen Handhabung von Glücksspielangeboten einen Verstoß gegen EU-Vorgaben, und die Richter argumentieren, dass tolerierte illegale Aktivitäten im regulierten Bereich die Wettbewerbsbedingungen verzerren, während die GGL als Aufsichtsorgan eine einheitliche Anwendung sicherstellen muss.
Die Urteile bauen auf früheren Entscheidungen auf, die ähnliche Vollzugsprobleme thematisieren, und sie unterstreichen die Notwendigkeit, dass nationale Behörden EU-konform agieren, wobei die betroffenen Akteure nun auf höhere Instanzen warten.
Aktueller Stand im September 2026
Im September 2026 laufen die Ratifizierungsprozesse in den Ländern weiter, und gleichzeitig prüfen Gerichte die Auswirkungen der Halle-Urteile auf laufende Verfahren, während die GGL ihre internen Abläufe überarbeitet, um das festgestellte Vollzugsdefizit zu beheben.
Die Entwicklungen zeigen, dass Reformen und gerichtliche Kontrolle parallel stattfinden, und sie betreffen die praktische Durchsetzung von IP-Sperren ebenso wie Suchmaschinenmaßnahmen, wobei weitere Entscheidungen in den kommenden Monaten erwartet werden.
Fazit
Die Ratifizierung der GlüStV-Reformen und die Entscheidungen des VG Halle stehen in direktem Zusammenhang, und sie prägen die zukünftige Ausgestaltung der GGL-Aufsicht, während die betroffenen Parteien die nächsten Schritte abwarten und die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Weitere Details zum Verfahren finden sich in der Berichterstattung. Die Lage bleibt dynamisch, da sowohl legislative als auch judikative Prozesse parallel voranschreiten.